Nachdem ich ja dem „wahren“ Problem der hohen Spannung des Rücklichts nicht wirklich auf die Spur gekommen bin, wollte ich diesem endlich vom Grund auf nachgehen. Beginnen werde ich dort, wo die Spannung ihren Ursprung nimmt. An der Rück- und Bremslicht-Spule unter dem Schwungrad.
Dafür mußte das Schwungrad demontiert werden, wozu man spezielleres Werkzeug benötigt, dass ich mir gleich samt neuer Rücklichtspule bestellt habe.
Der Seitendeckel war schnell abgebaut. Kein Wunder. Da fehlte auch schon wieder eine der drei Schrauben, die sich wohl raus vibriert hat. Dahinter erscheint dann im grellen Rot das Schwungrad, das über den Spulen sitzt.
Mit dem Halteband (Spezialwerkzeug 1) und ner 17er Nuss löste ich die Mutter des Schwungrads. Mit dem Abzieher (Spezialwerkzeug 2) wird dann das Schwungrad vom Kolben gedrückt. Bis hierhin kein Problem. Und schon offenbart sich die Grundplatte mit allen Spulen, die das Moped 🙂 mit Strom versorgen.

Bevor man jetzt die Grundplatte löst, soll man sich die Lage markieren, da sie beim Einbau wieder den gleichen Platz einnehmen soll. Am Spulengehäuse links ist eine Markierung schon eingeschlagen gewesen. Also habe ich auf derselben Höhe eine Markierung auf der Grundplatte angebracht.
Und dann nahm das Drama seinen Lauf. Die beiden Schlitzschrauben der Halteklammern saßen so fest, als ob sie einklebt worden sind. Aber selbst mit einer ganzen Schlitzschraubenzieherarmada ließen sich die beiden Schrauben nicht lösen. Erst als der Nachbar mit ner Ratsche und einen Schlitzschraubenbit anrückte gaben die die beiden mit einem lauten Knack :-O auf. Zum Glück hieß das Knack nicht ab!
Nachdem die Grundplatte nun draußen war, rissen beim Umdrehen der Platte erstmal alle Lötverbindungen ab. Das läuft ja prima!
Und welche ist denn jetzt die richtige Spule? In der einen schematischen Zeichnung sitzt sie rechts. In einer anderen mittig.


Verraten hat sie sich dann durch die zwei Lötanschlüsse, die nur bei der Rücklichtspule und beim Impulsgeber vorkamen. Und der… sieht nicht wie eine Spule aus.
Nachdem die beiden Lötanschlüsse eh abgerissen waren, musste ich sie auch nicht ablöten. 😀 Darum ging das Lösen der beiden 7er Muttern relativ flott und die neue Spule passte genau in die vorgesehenen Löcher. Alles wieder befestigt und alle Lötverbindungen erneuert. Jetzt schaut es wieder schick aus!

Bevor ich die Grundplatte wieder einbaue, habe ich das Gehäuse von Schmutz befreit und die Wellendichtung überprüft. Alles gut! Allerdings ist mir aufgefallen, dass hier keine braunen, doppellippigen (original), sondern blaue, einfachlippigen Wellendichtungen verbaut waren. Also wurde hier schon mal gewechselt!

Der Einbau der Grundplatte war wegen der vorher angebrachten Markierung relativ einfach. Aber wie jetzt das Schwungrad aufsetzen? Da muss ja die Magnetlücke zum Zündzeitpunkt genau unter dem Impulsgeber liegen. Und der Zündzeitpunkt liegt genau 1,8 mm vor dem oberen Totpunkt (oT) des Kolbens. Wie finde ich das denn heraus?
Also Zündkerze raus und mit einer Schieblehre erstmal den oT suchen. Dann 1,8 mm zurück und das Schwungrad mit der Magnetlücke (habe ich mir auch außen markiert) unter den Impulsgeber gesetzt und verschraubt. Hmmm?!? Dreht sich irgendwie… schwer! Das ging vorher leichter!
Vielleicht muss sich das erstmal einschleifen? Also… Alles wieder zusammen gebaut und mal anlassen, was mir das Schwungrad mit heftigen Schleifgeräusch und blockierenden Hinterrad quittiert. Ne. Da stimmt noch was nicht!
Nachdem ich alles wieder auseinander gebaut habe und in einem Buch etwas von einer Nut gelesen habe, entdeckte ich diese auch auf der Schwungradwelle. Die passende Ausbuchtung im Schwungrad. Also muss ich gar nicht nach dem oT suchen, sondern nur das Schwungrad passend auf die Welle setzen. Man muss eben nur richtig lesen und lernen.
Jetzt dreht es sich wesentlich leichter und die Schwoim sprang auch auf Anhieb an. Nur… Das Rücklicht strahlt genauso hell wie vorher. Ohne Messung vermute ich fast, das es die Spule nicht gewesen ist. Der Fluch bleibt und die Suche geht weiter. 🙂
